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„Form follows Energy“ – Bauhaus.SOLAR diskutiert über Möglichkeiten und Perspektiven einer solaren Architektur

2. Internationaler Kongress Bauhaus.SOLAR

Wie passen Klimaschutz und Baukultur zusammen? Wie sollen Städte und Häuser im Zeitalter der Energiewende aussehen? Diesen und anderen Fragen widmet sich der Kongress Bauhaus.SOLAR, der in diesem Jahr zum zweiten Mal in Thüringens Solarmetropole Erfurt stattfindet. Ein geschärftes Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung könnte Deutschland auch zum Vorreiter klimagerechter Architektur machen. Den dafür erforderlichen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne sowie zwischen Design und Technik haben sich die Veranstalter des zweitägigen Kongresses auf die Fahnen geschrieben. „Die Integration der Solarmodule in die Fassade des Gebäudes ist eine der wichtigsten Aufgaben und eine designerische Herausforderung für die gesamte Solarbranche“, betont Hubert Aulich, Chef der Erfurter PV Crystalox Solar und Vorsitzender des Vereins Solarinput, der den Kongress im letzten Jahr ins Leben rief. „Wir brauchen Innovationen, welche die neuen, ressourcenschonenden Technologien mit modernem Design verbinden“, sagt Aulich.

Davon soll auch das Solarvalley Mitteldeutschland profitieren, einem Zusammenschluss von Solarunternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, das sich zu einem der weltweit führenden Netzwerke für Solartechnik entwickelt hat. In Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar, welche den Kongress wissenschaftlich begleitet, soll eine neue Generation von Architekten, Entwicklern, Planern und Konstrukteuren ausgebildet werden. „Die Bauhaus-Universität Weimar vermittelt ihren Studierenden diese zukunftsweisenden Inhalte zum Beispiel in Form des energiebasierten Entwerfens oder der Anwendung von modernen Simulationswerkzeugen“, erklärt deren Rektor Professor Gerd Zimmermann. Nachdem in der Solarbranche bereits rund 70.000 Beschäftigte arbeiten, sollen so auch im gesamten Baubereich Tausende qualifizierter Arbeitsplätze entstehen. „Wir wollen dafür die Grundlagen schaffen, denn der gestalterisch anspruchsvolle Umgang mit dem Thema Energie in der Architektur ist eine Aufgabe, der heranwachsende Generationen von Planern gewachsen sein müssen“, so Zimmermann.

In der Immobilienwirtschaft ist man bereits fest davon überzeugt, dass sich auch der „grüne Wert“ von Immobilien verstärkt als Maßstab etablieren wird, denn Investitionen in die Effizienz von Gebäuden amortisieren sich bei steigenden Energiepreisen immer schneller. Gebäude sind deshalb auch aus Renditeaspekten umso attraktiver, je nachhaltiger sie sind. Dass dabei die Bereitschaft von Investoren wächst, Bürogebäude auch mit Solartechnik auszustatten, zeigen viele Beispiele u.a. aus Deutschland, Großbritannien, Italien und der Schweiz, die auf dem Kongress vorgestellt und diskutiert werden.

Neben dem Neubau sind auch Optimierungsmöglichkeiten bei Bestandsimmobilien Thema des 2. Kongresses Bauhaus.SOLAR, denn bislang werden nur zwischen ein und zwei Prozent der Altbauten in Deutschland jedes Jahr energetisch saniert. Mit aktuellen Beispielen, bei denen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die derzeitigen Fördermöglichkeiten vorgestellt werden, will der Kongress neben den Architekten und Planern auch die Baugesellschaften und Kommunen über die vielfältigen Möglichkeiten der Bestandssanierung informieren.

Wie ganze Stadtteile umweltschonend und mit einer hohen Lebensqualität realisiert werden können, demonstriert Bauhaus.SOLAR anhand von Beispielen aus Stuttgart, Wien, Zürich und Rom. Daneben stehen Stadtquartiere im Mittelpunkt, deren Energiebedarf zum großen Teil aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.

Auf einer begleitenden Fachausstellung präsentieren Firmen innovative Baumaterialien und Technologien. Die Bauhaus-Universität Weimar, die in diesem Jahr das 90. Gründungsjubiläum des Staatlichen Bauhauses Weimar feiert, zeigt darüber hinaus im Rahmen des Kongresses Experimentalbauten, in die Solartechnik integriert wurde, wie das Screenhaus.SOLAR.